In Ihrer gestrigen Sitzung hat sich die GRÜNE Fraktion erneut intensiv mit dem Bau der Überlandleitung des Netzbetreibers TenneT beschäftigt. Im Zuge des Projekts „Elbe-Lübeck-Leitung“ plant Tennet eine neue Stromtrasse, die auf einem Teilstück im Bereich des Bartelsholzes durch den Lübecker Stadtwald geführt werden soll. Bereits im Juli hatte sich die Lübecker Bürgerschaft mit großer Mehrheit gegen eine Durchquerung und die damit verbundene Rodung von 10 ha wertvollen Waldes ausgesprochen und eine nördliche Umgehung favorisiert. Als Alternativvorschlag hatte die Firma TenneT zuletzt eine Überspannung des Waldes ins Spiel gebracht. Diese Variante soll nun der Bürgerschaft im Januar zur Entscheidung vorgelegt werden.
Als Landtagsabgeordneter für Lübeck und Mitglied der Grüne. Bürgerschaftsfraktion ist meine Position klar:
Naturschutz darf nicht gegen Klimaschutz ausgespielt werden!
Wir müssen bei der Energiewende schnell vorankommen, da wir günstige, verlässliche und klimaneutrale Energie in ganz Deutschland brauchen. Trotzdem darf im Flächenland mit dem geringsten Waldanteil und einer sich zuspitzenden Biodiversitätskrise ökologisch hochwertiger Wald nicht zerstört werden – gerade dann nicht, wenn Alternativen bestehen.
Dabei hat die Trassenführung am Bartelsholz die Chance, Präzedenzfall zur Vereinigung zwischen Natur- und Klimaschutz dank guter Absprache vor Ort zu werden. Die TenneT ist mit ihrer Bereitschaft, mehr Geld für die Trassenführung in die Hand zu nehmen, um besseren Naturschutz zu realisieren, bereits einen großen Schritt in Richtung der Hansestadt gegangen.
Die Bürgerschaft hat sich am 24.07.2025 mit großer Mehrheit für die Prüfung einer Umgehung des Bartelsholz ausgesprochen und damit den Erhalt der Forstfläche als unverkennbares Ziel formuliert. Es muss daher weiterhin Aufgabe der Stadtverwaltung sein, diesen Beschluss und das politisch formulierte Ziel umzusetzen. Wir erwarten deshalb, dass die Hansestadt die eigentumsrechtlichen Fragen auf der Alternativtrasse klärt und den Austausch mit den betroffenen Flächeneignern, sowie TenneT weiterhin sucht.
Es ist die Aufgabe der Politik, in dieser Frage alles zu unternehmen, um die beste Lösung für den Erhalt des Waldes und den vorhandenen Interessen zu finden. Damit schaffen wir Rechts- und Planungssicherheit mit minimalem Klagerisiko und verhindern zusätzliche Verzögerungen. Wir finden es wichtig, dass die Leitung schnellstmöglich kommt, auch um dazu beizutragen, ausreichende Netzkapazitäten für den in Schleswig-Holstein regenerativ erzeugten Strom zu haben.
