Pressemitteilung

Globaler Klimaschutz und lokaler Umweltschutz müssen vereinbar sein

Gestern besuchte Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Tobias Goldschmidt das Lübecker Bartelsholz. Bei einem Waldspaziergang des Bündnisses „Rettet denn Lübecker Stadtwald“ diskutierten Goldschmidt und Philipp Schröder vom Netzbetreiber TenneT mit ca. 100 Teilnehmenden über die Zukunft des Bartelsholz. Anschaulich zeigten die Organisator*innen des Bündnisses vor Ort, welche Folgen die Rodung einer Waldschneise für den Wald hätten. Nach massiver Kritik an einer Durchquerung des Waldes, bei der ca. 10 Hektar Waldfläche gerodet werden müssten, hatte TenneT bereits eine schonendere Überspannungsvariante ins Spiel gebracht. Das Bündnis hingegen fordert, die Stromtrasse mit einer nördlichen Umgehung über private, landwirtschaftliche Flächen vollständig zu erhalten.

Als direkt gewählter Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lübeck-Süd sage ich dazu:

„Ich freue mich sehr, dass Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Tobias Goldschmidt auf meine Einladung gestern das Bartelsholz besucht hat und sich den Fragen des Bündnisses „Rettet denn Lübecker Stadtwald“ gestellt hat. Der gute Austausch hat neuerlich gezeigt, dass globaler Klimaschutz stets mit lokalem Umweltschutz einhergehen muss. 

Das Bartelsholz wäre ein perfekt geeignetes Beispiel, um zu zeigen, dass durch eine Nordumgehung Energiewende, Klimaschutz und Umweltschutz zusammen funktionieren können. Nicht zuletzt auch, um die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der Energiewende vor Ort zu gewinnen. 

Die Demo gestern war ein deutliches und wichtiges Zeichen der Lübecker Stadtgesellschaft – über 7.500 Unterschriften für eine Prüfung der Nordumgehung sind ein klarer Auftrag an Verwaltung und Politik. Die Hansestadt Lübeck ist entsprechend des Bürgerschaftsbeschluss vom 29.01.2026 aufgefordert aktiv an der Klärung der offenen eigentumsrechtlichen Fragen mitzuwirken. Ein Schritt, der im Interesse der Lübecker*innen und ihres Stadtwaldes frühzeitiger und pro-aktiv hätte passieren müssen.“

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in der Lübecker Bürgerschaft, Dr. Axel Flasbarth, ergänzt:

„Deutlich wurde gestern, dass die Überspannungsvariante eine realistische, von TenneT weiterverfolgte und durch die Planfeststellungsbehörde genehmigungsfähige Alternative zur ursprünglich beantragten Querung des Bartelsholz darstellt. Dadurch würde die zerstörte Waldfläche erheblich verringert.

Erfreut sind wir außerdem, dass im Falle dieser Überspannung ein Großteil des zu rodenden Stadtwaldes in einem Gebiet mit noch sehr jungem Wald liegen wird, so dass weniger alter Wald von der Rodung betroffen sein würde.

Als GRÜNE machen wir uns aber dennoch für die Nordumgehung stark, die den Stadtwald vollkommen unangetastet lassen würde. Hier kommt es jetzt darauf an, dass Verwaltung und Bürgermeister die Grundstückseigentümer der dafür benötigten Flächen überzeugen. Wir bedauern nach wie vor, dass die Stadt nicht schon früher ernsthaft an der Umsetzung der Umgehungsvariante gearbeitet hat, obwohl die Bürgerschaft diese schon im Juli 2025 beschlossen hatte. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, zeitnah nichts unversucht zu lassen, um das nötige Einverständnis der Grundstückseigentümer*innen selbst bei anfänglichem Widerstand zu bekommen.“